Cinemascope mit F35 und Hawk Anamorphoten
Mons, Belgien ---- Gerhard Baier, der Geschäftsführer des Sony Systemhauses Band Pro Munich, war wieder als Pionier der Digitalen Cinematographie unterwegs. Bislang war das Kinoformat dem klassischen 35mm-Film vorbehalten. Wer digitale Daten ins Cinemascope-Format bringen wollte, musste durch den Beschnitt einen Datenverlust und damit Qualitätseinbußen hinnehmen. „Dieses Manko können wir jetzt eliminieren indem wir die Sony F35 mit anamorphotischen Optiken ausstatten“, freut sich Baier über die ersten vielversprechenden Ergebnisse vom Set in Mons. Technik plus Know-how von Band Pro Munich Mit den Herstellern der Hawk-Objektive, der Vantage Film aus Weiden, hat Band Pro einen Partner gefunden, der vom ähnlichen Pioniergeist getrieben ist. Die Oberpfälzer waren sofort bereit, dem Team in Mons ein Set Anamorphoten zur Verfügung zu stellen, um so mehr als der Kameramann kein geringerer als das Imago-Mitglied Louis-Philippe Capelle war. Dieser ist bekannt dafür, dass er sich nicht an den Grabenkämpfen zwischen dem Lager der klassischen 35mm-Filmer und den Befürwortern der modernen Digitaltechnik beteiligt, sondern sich ganz nüchtern aufgrund technischer Fakten für den Einsatz eines bestimmten Equipments entscheidet. Auf der Münchner CINEC im September wurde ihm von Band Pro einiges hinsichtlich der Performance der Kombination F35 + Hawk versprochen; das wollte er zeitnah bei einem Kurzfilmdreh überprüfen. Da sich Band Pro nicht nur als reiner Distributor, sondern auch als Tecknik-Consultant versteht, machte sich Gerhard Baier vor Ort selbst ein Bild von der Arbeit mit dem neuen “Gespann”. “Wir bei Band Pro leben davon, dass wir praktische Erfahrungen von den Filmsets in unsere Beratung einfließen lassen. Das
ermöglicht es uns, für unsere Kunden das optimale Equipment auszuwählen. Die Basis für perfekte Filme und zufriedene Kunden.”

Mehr Kreativität durch weniger Tiefenschärfe
Die ersten Ergebnisse beim Dreh beeindruckten neben den Formatänderungen zusätzlich durch den Zugewinn der Möglichkeit, die Schärfe gezielter einzusetzen, als bei herkömmlichen Optiken. Digitalen Optiken wird ja gern nachgesagt, dass sie das Spiel mit verschiedenen Schärfeebenen nicht zulassen, weil sie einfach vollformatig scharfe Bilder liefern. Die Anamorphoten von Hawk haben dagegen einen reduzierten Tiefenschärfebereich, was es dem Kameramann erlaubt die Schärfeebenen effektvoll einzusetzen, wie man es vom Film gewohnt ist.Für die Geschichte des Kurzfilms “En attendant que la pluie cesse” (dt.: Sie wollte nur den
Regen abwarten) ein wesentlicher Qualitätsfaktor: Eine attraktive Mittdreißigerin spaziert durch eine malerische Altstadt, wird von einem Gewitterregen überrascht und stellt sich in einer Hofeinfahrt unter. Dort kommt es zur Begegnung mit einem gleichaltrigen Mann. Zunächst werden nur Blicke ausgetauscht, dann wird die Situation immer intensiver, bis plötzlich der Regen aufhört...Eine Geschichte, die auch von der perfekten Kameraarbeit lebt.

Format + Look
Neben dem “Formatgewinn” bringt der Einsatz der Anamorphoten einen speziellen Look, wie man ihn vom Film her gewohnt ist. Der Kameraassistent beim Dreh in Mons sprach von einer „filmähnlichen Textur” der Bilder, die nicht so antiseptisch und clean ist wie die perfekten digitalen Bilder. Auch die Regisseurin des Kurzfilms, Charlotte Joulia, war von den ersten Bildern an den Kontrollmonitoren begeistert.

Volles Format – voller Durchblick
Bei all dem technischen Neuland darf man nicht vergessen, dass man die gewohnten Vorteile der digitalen Technik selbstverständlich nutzen konnte: perfekte Kontrolle der Aufnahme in jeder Hinsicht am Drehort. Übrigens auch bei sehr beengten Platzverhältnissen kein Problem. Jeder Verantwortliche hatte am Set in Mons einen kleinen tragbaren Monitor dabei. So konnten alle Beteiligten ihren Part des Shootings zuverlässig kontrollieren, ohne sich vor einen einzigen Monitor drängeln zu müssen – ein Luxus, der der Qualität des Endproduktes zugute kommt.
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